Der Spagat zwischen den Wünschen der Medienindustrie auf der einen und Kundenwünschen auf der anderen Seite geht munter weiter. Der Hersteller Panasonic hat am Freitag neue Blu-ray/Festplatten-Rekorder vorgestellt, die mit einem Twin-Satelliten-HD-Tuner ausgerüstet sind - und sich aufgrund technischer Restriktionen nur teilweise vollwertig nutzen lassen.

Die Modelle nennen sich DMR-BST800 für 950 Euro und DMR-BST700 (schwarz) bzw. DMR-BST701 (silber) für 750 Euro. Ergänzt wird die Palette vom 550 Euro teuren DMR-XS400, der grundsätzlich die gleichen Features aufweist, aber mit dem DVD-Brenner statt Blu-ray-Laufwerk ausgerüstet ist. Die Topmodelle zeigen 3D-Spielfilme inzwischen räumlich auf passenden Fernsehern an, das war mit den Vorgängern noch nicht möglich.



Je nach Variante sind Festplatten mit 320 und 500 GByte Kapazität (DMR-BST800) verbaut. Generell sind keine Aufnahmen auf Blu-ray- oder DVD-Medien direkt möglich, Aufzeichnungen müssen immer den Weg über die interne Platte nehmen. Ob diese Einschränkung aufgrund lizenzrechtlicher Probleme zustande kommt, ist unklar.

Zwei "CI+"-Einschübe befinden sich auf der Vorderseite der Geräte - und genau da liegt der Hase im Pfeffer. Weil Sender und Netzbetreiber mit sogenannten Copy-Bits entscheiden können, ob Aufnahmen durchgeführt werden dürfen, lassen sich nicht alle auf Festplatte aufgenommenen Programme auch dauerhaft archivieren. Das gilt speziell für HD-Serien oder Spielfilme. Wer ein "HD+"-Modul einsetzt, kann Sendungen der privaten Anbieter nicht auf BD-Rohlinge bannen.

Panasonic verweist darauf, dass auch eine entschlüsselte Aufnahme möglich ist, allerdings nicht live. Im Standby-Betrieb werden die Aufzeichnungen dekodiert. Mit diesem Kniff lässt sich eine Pay-TV-Sendung in Echtzeit aufnehmen und eine weitere von Festplatte zeitgleich betrachten, obwohl nur eine Smartcard eines Bezahlsenders zum Einsatz kommt. Ob diese Entschlüsselung bei allen Sendungen funktioniert und wie schnell und zuverlässig, ist offen. Dazu machte Panasonic zunächst keine detaillierten Angaben.

Unicable, Skype und WLAN

Kunden mit Satellitenschüssel auf dem Dach dürfte die Unicable-Kompatibilität erfreuen, die einen Einsatz der Rekorder auch in entsprechenden Einkabelanlagen erlaubt. Für Spielernaturen ist auch Skype-Videotelefonie vorgesehen. Generell lassen sich die Rekorder per LAN-Schnittstelle und DLNA-Standard ins Heimnetzwerk integrieren. Sie greifen dann sogar auf andere, bereits installierte Panasonic-Rekorder zu und können von dort Videos abrufen.

Beim kleinsten Modell DMR-XS400 sind Skype-Ausflüge und WLAN-Option nicht vorgesehen, beim Topmodel DMR-BST800 ist WLAN werkseitig an Bord, beim DMR-BST700 per Stick nachrüstbar. Als Anschlüsse stehen unter anderem HDMI-Ausgänge, USB-Ports und ein SD-Kartenleser bereit.

Die SAT+KABEL testet die Blu-ray-Rekorder von Panasonic in der kommenden gedruckten Ausgabe und fühlt den Geräten vor allem bei den vorgegebenen Restriktionen auf den Zahn.

Qelle sat+kabel